VIA REGIA Hessen

Hessen

VIA REGIA – tiefe Spuren in Hessen

Als Magistrale von Ost nach West

In Hessen verläuft die VIA REGIA entlang eines geologisch vorgezeichneten Korridors. Schon in vorgeschichtlicher Zeit muss er als Ost-West-Verbindung Bedeutung gehabt haben. Hier kennt man die VIA REGIA als europäische Ost-West-Magistrale, deren Routenverlauf sich über die Jahrhunderte ständig verändert hat, unter vielerlei Namen: Hohe Straße, Reffenstraße, Alte Straße, Kärrnersweg und Antsanvia. International hat sich jedoch der lateinische Begriff VIA REGA etabliert, der “königliche Weg”.

VR_Verlauf_Hessen_klDie alte Straße, die einst die Messestädte Frankfurt und Leipzig miteinander verband, hat tiefe Spuren in der Geschichte des Landes Hessen hinterlassen. In Ost-West-Richtung verlaufen uralte Wege, die unter Namen wie die Hohe Straße, des Reiches Straße, oder kaiserliche Geleitstraße, Reffenstraße und Antsanvia bekannt sind. Über sie war auch der Bischofssitz Mainz mit den bedeutenden Abteien Fulda und Hersfeld, sowie Eisenach und Erfurt verbunden. Die Kinzigtalstraße gewann im 12. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung, als in den feuchten Niederungen befestigte Straßen und steinerne Brücken gebaut wurden.
Noch heute weisen Namen von Ortschaften auf die Lage an der VIA REGIA hin, wie z.B. Steinau an der Straße, wo es neben dem Grimmhaus ein wunderschönes Museum über die Straße gibt, deren engste Stelle in Gelnhausen war. In der Pfarrgasse, wo sie nur drei Meter breit ist, steht geschrieben: „Von Leipzig an der Pleisse, bis Franckfurtt an den Main, wirds auf der gantzen Strasze die engste Stelle sein.“ Ab Gelnhausen heißt die Straße heute noch „Alte Leipziger Straße“. Von Neuhof führt die „Alte Heerstraße“ durch den Wald weiter bis nach Fulda. Dort gabelt sie sich in den Ortesweg, der Fulda südlich umgeht und die Antsanvia, die über Hünfeld und Rasdorf nach Vacha leitet. Auch die „Kurze Hessen“ wurde von Reisenden und Handelszügen genutzt, um von Frankfurt nach Leipzig und weiter nach Schlesien und Polen zu gelangen. Sie verläuft über Alsfeld und Bad Hersfeld.

Bei Mainz beginnend, führte die Straße parallel zum Main bis (Frankfurt-)Höchst (alte Elisabethenstraße) durch kurmainzisches Gebiet. Von dort führte eine ältere Trasse über die Nidda bei (Frankfurt-)Nied und durch den Niedwald (Rödelheimer Straße, heute Oeserstraße), am Rebstock vorbei durch den Biegwald (Biegweg), dann nördlich an (Frankfurt-)Bockenheim vorbei , über die Ginnheimer Höhe (Diebsgrundweg) und über den Dornbusch (Marbachweg) und Lohrberg bis (Frankfurt-)Bergen(durch die Grafschaft, später Fürstentum Hanau). Von hier aus hielt sich der Weg auf dem Höhenrücken zwischen der Nidder und der Kinzig. Sie ging von Bergen zwischen Kilianstädten und Roßdorf über Ostheim (Nidderau) bis nach Marköbel, wo die Straße in römischer Zeit durch das Marköbeler Kastell und den Limes aus dem ehemals römisch kontrollierten Gebiet herausführte. Bemerkenswert ist hier die Ausrichtung langer, gerader Limes-Strecken auf diesen Übergang, was auf eine vorrömische Existenz der Straße schließen lässt.

Über die Anhöhen zwischen Langen-Bergheim und Altwiedermus verlief der Weg weiter über Diebach am Haag und Herrnhaag. Von hier aus verlief die Hohe Straße als Reffenweg zwischen Lorbach und Vonhausen über den Großen Reffenkopf, durch den Büdinger Wald. Aus dem Wald kommend, ging der Weg weiter zwischen Rinderbügen und Waldensberg, vorbei an Leisenwald, Hitzkirchen und Hettersroth und zwischen Oberreichenbach und Unterreichenbach durch isenburgisches Gebiet (Grafschaft Isenburg) bis nach Radmühl, wo die Salz überschritten wurde, hier querte sie den Ortesweg. Zwischen Salz und Freiensteinau, Reichlos und zwischen Hauswurz (Neuhof) und Brandlos hindurch führte die Strecke (Alte Straß) weiter nördlich an Giesel vorbei zur Fulda bei Kämmerzell, wo der Fluss über eine Furt überquert wurde. Die Hohe Straße vereinigte sich dann bei Hünfeld wieder mit der jüngeren Trasse über Frankfurt und durch das Kinzigtal. Bei Vacha mit seiner Steinbrücke und mehreren Furten wurde die Werra überquert

 

VR_Steinau_swIm Kinzig-Stausee wurde 2002 ein Stück der alten Straßenhaut gefunden, in deren Sandsteinbelag die Wageräder tiefe Spuren geschliffen haben.