VIA REGIA Hessen

Radtouren für Alle

Im Rahmen der Aktion “Reisen für Alle” der Bundesregierung startet das Projektnetzwerk Hessen das Projekt “Radtouren für Alle – entlang der VIA REGIA in Hessen”. Ziel ist es, auch Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Mobilitätseinschränkungen oder Behinderungen, Touren mit dem Fahrrad entlang der VIA REGIA  zu ermöglichen. Dazu wurden das Fun2go-Bike-Programm entwickelt und die Erkundung und Ausarbeitung geeigneter Strecken vorgenommen.

Mit dem Fun2go-Bike-Programm können Menschen, die nicht (mehr) in der Lage sind, selbständig mit einem gewöhnlichen Fahrrad zu fahren, zusammen mit anderen Radfahrern eine gemeinsame Tour unternehmen. Dabei stehen vor allem Inklusion und der gemeinsame Spaß am Erlebnis einer Fahrradtour im Fokus. Zum Einsatz kommt hier das Fun2go-Dreirad-Tandem, auf dem zwei Personen nebeneinander sitzen. Ein Fahrer muss lenken und treten, der Beifahrer kann (im Rahmen seiner Möglichkeiten) mittreten oder sich einfach nur fahren lassen. Hier finden Sie weitere Details zum Fun2Go-Programm.

Wir haben Ihr Interesse geweckt?
Gerne beantworten wir Ihre Fragen und beraten Sie ausführlich.
Rufen Sie uns an Tel. 0176 / 86027777 (Herr Werner Stüber)
oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Radtouren für Alle - Tourenkarte

Radtouren für Alle – Tourenkarte

Zur Zeit erkunden und entwickeln wir Routen entlang der VIA REGIA, die als Tages- oder Halbtagstouren für Personen mit Handycaps geeignet sind.  Gaststätten, Hotels, Museen und Sehenswürdigkeiten werden auf die besonderen (Zugangs)bedürfnisse der Radler geprüft. Die Tourenbeschreibungen werden hier nach und nach veröffentlicht.

Tour 3
Von Frankfurt über Hanau nach Gelnhausen

 

Etappe 1
Von Frankfurt Gutleutstraße zur Gerbermühle in Oberrad
6,3 km

Unser Start entlang der VIA REGIA von Frankfurt nach Gelnhausen beginnt am Hotel Holyday Inn Express in der Gutleutstraße 296. Vom Frankfurter Hauptbahnhof erreicht man den Treffpunkt mit der Buslinie 37 in Richtung Briefzentrum, Haltestelle Johanna-Kirchner-Altenhilfe-Zentrum. Gerne holen wir Sie auch mit dem Fun2Go Tandem-Rad am Frankfurter Hauptbahnhof ab.

Wir stehen hier auf geschichtlichem Grund. Als VIA REGIA Seitenzweig wurde diese Strecke im Hohen Mittelalter von den Reisenden, die Frankfurt in Richtung Mainz verließen, genutzt. Die Mainzer Landstraße, die vom Galgentor (Galluswarte) in Richtung Hattersheim führte, war gerade im Sommer durch die Handelswagen mit den vielen Zugtieren schmutzig, staubig und auch sehr laut. Reisende, Pilger und Händler mit Kippen und kleinen Handkarren verließen das Galgentor/Galluswarte und bogen sofort hinter der Tor links ab, um entlang der Landwehr in Richtung Main an den Gutleuthof zu gehen. Von diesem Hof ist nicht mehr viel zu sehen, denn eine Schule und ein Teil der Altenwohnanlage wurde darauf gebaut.

Frankfurt Westhafen

Frankfurt am Main Westhafen – modernes Wohnviertel mit Bootsanleger

Um auf den  VIA REGIA Radweg zu kommen, müssen wir vom Hotel auf der Gutleutstraße in Richtung Innenstadt und gleich hinter der Bahnbrücke rechts abbiegen, dann am Bahndamm bis zum Main fahren und links abbiegen. Jetzt geht es erst einmal einige Zeit am Main entlang. Wir radeln durch das Neubaugebiet “Westhafen”, sehen vor uns das “Gerippte”, ein Bürohochhaus, dessen Fassade dem Muster eines Apfelweinglases nicht unähnlich ist.

EIOPA Westhafentower

EIOPA Westhafentower – Blick von der Mainpromenade

Es geht weiter auf einem breiten Fußgänger- und Radweg. Linker Hand passieren wir das „Nizza“ – eine beliebte Gaststätte mit Tradition. Hier standen früher Wehrtürme und hier begann die Stadtmauer der zweiten Stadterweiterung. Kurz vor dem „Eisernen Steg“ sehen wir links die für die Jakobspilger erbaute Leonhardtkirche.

Wir fahren weiter am Main entlang. Hinter der letzten steinernen Brücke biegen wir nach links ab, um auf die Flößer-Brücke zu kommen und ordnen uns oben auf der Brücke nach links ein und biegen nach deren Überquerung wieder nach links ab. Ab jetzt befinden wir uns auf dem Radweg R3, der uns bis nach Gelnhausen führt.

Mainhattan

Mainhattan – Skyline Frankfurt

Von dieser Mainseite haben wir einen herrlichen Blick auf „Mainhattan“ und das EZB Bankgebäude, dem neuen Frankfurter Wahrzeichen.
Weiter geht es durch Grünanlagen mit vielen Bootshäusern und Gaststätten und gleich unter dem „Ich“-Denkmal erreichen wir die Gerbermühle.

 

 

Etappe 2
Von der Gerbermühle in Oberrad zum “Bembelboot” am Isenburger Schloss in Offenbach
4 km

Unterführung am Mainufer in Offenbach

Unterführung am Mainufer in Offenbach – Zugang zur Stadt

Wir fahren weiter den Weg am Uferbereich Richtung Offenbach und nachdem wir die Kaiserlei-Brücke unterquert haben, biegen wir auf den H1 Radweg ab . Fast wöchentlich verändert sich dieser Radweg durch das alte Offenbacher Hafengebiet. Auch hier entsteht ein neues Wohn- und Büroviertel in Anlehnung des Westhafens in Frankfurt. Am Ende dieses Radweges überqueren wir die Kreuzung, halten uns links und biegen wieder links ab und kommen wieder auf den Main-Radweg. Nach einer kurzen Zeit erreichen wir die Schautafel und die Unterführung “Offenbach am Meer”. Dahinter erhebt sich das Isenburger Schloss, das heute von der Hochschule für Gestaltung (HfG) genutzt wird.  Bis hier haben wir 11 Kilometer zurückgelegt.

Bembelboot

Das Bembelboot – am Mainufer in Offenbach

Möchten Sie eine Pause einlegen? Das „Bembelboot“ gibt Ihnen Gelegenheit dazu. Hier werden verschiedene Würstchen, Apfelwein und natürlich auch ein gutes Bier angeboten. Man kann problemlos bis an das Boot heranfahren, aber bekommt auch Speisen und Getränke an den Biertisch gebracht.

Möchten Sie Ihre Tour hier beenden, haben Sie es knapp 2 km zum Bahnhof.

 

 

Etappe 3
Vom Isenburger Schloss in Offenbach zum Rumpenheimer Schloss
und der Rumpenheimer Fähre

9,5 km

Nun geht es weiter am Main entlang bis nach Bürgel, heute ein Stadtteil Offenbachs.

Der Name Bürgel stammt aus dem Keltischen, danach siedelten hier die Römer. Kaiser Heinrich II hielt hier 1018 eine Reichsversammlung ab. Es soll hier sogar eine karolingische Burg gegeben haben, die 1250 von Wilhelm von Holland zerstört wurde.

Bürgel

Mit dem Fun2go-Dreiradtandem in Bürgel

Wir kommen an einer Hunderennbahn vorbei und dann an einem Campingplatz. Hier führt eine Brücke über den Main nach Fechenheim. Zweiradfahrer und Wanderer können hier in Fechenheim mit der Straßenbahn Linie 11 zurück nach Frankfurt fahren. Entweder steigt man am Frankfurter Hauptbahnhof um in den 37er Bus und fährt zurück zum Ausgangspunkt (Johanna-Kirchner-Altenhilfezentrum) oder man fährt weiter bis zur Galluswarte. Hier steht unser Meilenstein Nr. 1, direkt an der Gaststätte Luftikus. Hier kann man gut essen und trinken. Danach geht es dann zu Fuß über die Camberger Brücke zurück zum Ausgangspunkt.

Rumpenheimer Schloss

Das Rumpenheimer Schloss – heute eine Wohnanlage

Evangelische Schlosskirche Rumpenheim

Evangelische Schlosskirche Rumpenheim

Rumpenheimer Fähre

Rumpenheimer Fähre

An der Rumpenheimer Fähre und dem Rumpenheimer Schloss angekommen, endet die dritte Etappe. Fahrzeit vom Startpunkt knapp 2 Stunden und 20 gefahrene Kilometer.
Das Rumpenheimer Schloß kann man nur von außen besichtigen, da es heute private Wohnungen beherbergt. Die Evangelische Schloßkirche ist nur zu bestimmten Zeiten geöffnet. Leider gibt es hier weder barrierefreie Gaststätten noch WC’s. An der Fähre befindet sich jedoch ein Imbißstand, mit Tischen und Bänken.

Die Geschichte Rumpenheims
Siedlungsspuren aus der Hallstattzeit und La-Tenè-Zeit: 1972 wurde eine hallstattzeitliche Grabkammer entdeckt. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes „Fürstengrab“, ein ca. fünfzigjähriger Mann mit 1,73 Körpergröße wurde hier auf einem Wagen liegend bestattet. Danach siedelten hier die Römer. Die erste urkundliche Erwähnung von Rumpenheim findet sich im Lorscher Codex, datiert auf den 1. Juni 770. 1678 wurde auf dem heutigen Schlossgelände ein Herrenhaus errichtet, das später zum Mittelbau des heutigen Schlosses wurde. Die Schlosskirche feierte 2006 ihr 250. Jubiläum.

Etappe 3
Von der Rumpenheimer Fähre zum Schloss Philippsruhe in Hanau
6 km

Nachdem wir den Main mit einer Fähre überquert haben, biegen wir den ersten Feldweg nach rechts ab: Der R3 Radweg verläuft jetzt bis zum Schloß Phillipsruhe parallel zur VIA REGIA Route (Kinzigtalroute oder des Reiches Straße). Die VIA REGIA kommt von Frankfurt durch das ehemalige Allerheiligentor über die Landwehr (Riederhöfen) zur Mainkur und geht weiter durch Maintal-Dörnigheim in Richtung Hanau.

 Wir radeln bis Dörnigheim auf dem R3 weiter und kommen kurz hinter einem weiteren Fährübergang in den Ort Dörnigheim. Aufgrund seiner günstigen Lage legten Reisende in Döringheim gerne eine Rast ein. So florierte der Gaststätten- und Hotelbetrieb und einige der alten Gaststätten werden heute noch betrieben. Wir biegen links in die Mühlheimer Straße. Es geht bergauf und wir fahren weiter in die Frankfurter Straße.

Auf der rechten Seite befindet sich als erstes das „Alte Rathaus“. Erbaut wurde es 1760 und diente 1813 als französisches Lazarett.

Gleich danach und auf der selben Seite befindet sich das älteste erhaltene Wohnhaus (1671). Schräg gegenüber auf der linken Seite gibt es das Gasthaus “Zum Adler”. Hier wurde am 2. November 1813 – drei Tage nach der Schlacht bei Hanau – der „Vertrag zu Dörnigheim“ geschlossen. Hessen trat aus dem Frankreich hörigen Rheinbund aus und schloss sich den Verfolgern der französischen Truppen an. Es gibt noch einige, weitere schöne alte Fachwerkhäuser.

Am Ortsende biegen wir nach rechts ab und fahren runter zum R3 Radweg, biegen links ab und weiter geht es am Main entlang in Richtung Hanau. Oben am Schloss  befinden wir uns wieder auf der alten VIA REGIA. Nach 500 m biegen wir nach rechts an den Main zum Kinzig-Balkon und machen eine Pause.