VIA REGIA Hessen

Frankfurt Mainkur

VR_Meilenstein_Mainkur_webDie Zollstation Mainkur liegt an der alten Handelsstraße, die von Frankfurt nach Hanau führt. Seit Mitte des 18. Jhr. diente die heutige Hanauer Landstraße als wichtiger Handelsweg für den Warenaustausch mit dem Kinzigtal und dem Raum Fulda. Ab 1768 wurden hier Zollgebühren erhoben. Die Hanauer Landstraße wurde 1765 als wichtiger Verkehrsweg entlang des Mains von der Hanauer Kinzigbrücke über Dörnigheim bis zum Allerheiligen Tor ausgebaut  und bis 1786 mit Schotter befestigt. Entlang der Straße entstanden gegen Ende des 18. Jahrhunderts die ersten Gasthäuser mit dem Namen „Zur Mainkur“.

Im Herbst 1830, während  der  „Hanauer Krawalle“ wurde die Zollstation zerstört. 1848 entstand parallel zur Hanauer Landstraße die Frankfurt Hanauer Eisenbahn, die hier den Bahnhof „Mainkur“ errichtete. Auch die heutige Straßenbahnlinie 11, entlang der alten VIA REGIA Verbindung von  Höchst kommend, hat hier Endstation.  Ab „Mainkur“ wird die Hanauer Landstraße zur Uferstraße am nördlichen Mainufer. An der Gemeinde Maintal/Dörnigheim ändert sich der Name zu Frankfurter Landstraße.

Im Zuge der industriellen Revolution und  aufgrund der guten Gleisanbindung siedelten sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend Industriebetriebe entlang der Hanauer Landstraße an. 1870 gründete Leo Gans hier die „Cassella Farbwerke“, die in den darauffolgenden Jahrzehnten der größte Arbeitgeber Fechenheims und – nach der Eingemeindung im Jahr 1928 – auch der Stadt Frankfurt wurde.

Anfänglich war Fechenheim ein Fischerdorf am Main, dessen erste gesicherte Erwähnung als „Uechenheim“ aus dem Jahr 977 stammt. Das Gemeindewappen mit Fisch und Fangkorb erinnert noch heute an diesen historischen Ursprung. Das Dorf, seit 1412 in den Händen der Familien von Speyer und Weiß, wurde in den Jahren 1473 bzw. 1484 von Graf Philipp I. von Hanau-Münzenberg erworben und gleichzeitig vom König mit dem dortigen Gericht belehnt. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen Johann Reinhard III. 1736 fiel Fechenheim aufgrund eines Erbvertrages aus dem Jahr 1643 zusammen mit der Grafschaft Hanau-Münzenberg dem Landgrafen Friedrich I. von Hessen-Kassel zu.
Im Jahre 1563 wurde Fechenheim evangelisch reformiert. Als die alte Kirche baufällig geworden war wurde 1771-1772 die Melanchthonkirche erbaut. Das barocke Gebäude wurde nach dem Reformator Phillip Melanchthon benannt.
Während der Herrschaft Napoleons stand der Ort ab 1806 unter französischer Militärverwaltung und gehörte 1807–1810 zum Fürstentum Hanau, Amt Bergen, zwischen 1810 und  1813 zum Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau. Danach fiel es an Hessen-Kassel, inzwischen „Kurfürstentum Hessen“, zurück. Nach dem verlohrenen Deutschen Krieg von 1866 wurde Kurhessen von Preußen zusammen mit der Freien Stadt Frankfurt annektiert und gehörte nun zum Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau.
Da mit der Ansiedlung von Industrie im 19. Jrh. auch viele katholische Arbeiter aus ländlichen Gebieten nach Fechenheim zogen, wurde 1895 mit dem Bau der Herz-Jesu-Kirche begonnen, die 1896 eingeweiht wurde.